Radio rund um die Welt

Dank des Internets kann man heutzutage Radio rund um die Welt empfangen. In der Ferne muss man nicht auf die gewohnten Informationen seines Heimatsenders verzichten. Die Lieblingsmoderatoren begleiten Studenten im Ausland von den peruanischen Anden bis ins australische Outback. Die Technik erlaubt es auch, Auswanderern zumindest ihren Stammsender „mitzunehmen“. Richtige Radios sind nicht mehr notwendig, um Radio rund um die Welt zu hören. Allerdings liegt beim Empfang über WLAN oftmals der Teufel im Detail. Denn selbst bei gut ausgestatteten PCs oder Laptops, über die alle möglichen Sender per Livestream zu empfangen sind, bricht stellenweise die Verbindung zum Netz zusammen. Stabiler sind da wirklich die „guten alten“ ISDN-Anschlüsse, die auch in abgelegeneren Gegenden der Erde funktionieren – vorausgesetzt, es ist ein entsprechender Anschluss vorhanden.

Radio rund um die Welt hat so manchen Globetrotter schon in einsamen Stunden über eine verregnete Nacht im Zelt hinweggeholfen. Nicht nur über das Internet ist so mancher Hörfunksender von zu Hause im Ausland zu erreichen. Über Kurzwelle sind mit einem kleinen Reiseradio schon einige deutschsprachige Sender zu hören. Ist man des Spanischen oder Portugiesischen nicht kundig, so ist ein handlicher Weltempfänger in Südamerika Gold wert, wenn man mit dem Drahtesel unterwegs ist und trotzdem über die Geschehnisse in der Welt informiert sein möchte. Gerade Weltreisende, die den Globus innerhalb eines halben Jahres oder gar ganzen Jahres erkunden, halten sich mit Informationen auf dem Laufenden, die sie von deutschsprachigen Stationen via Internet oder Kurzwelle empfangen, denn man möchte ja nicht so ganz unbedarft und uninformiert wieder nach Hause kommen.

Radio im Internet hören

Seit es die Möglichkeit gibt, Radio im Internet zu hören, hat sich die Anzahl der Sender um ein Vielfaches gesteigert. Nicht nur die öffentlich rechtlichen Stationen sind über Internet auf der ganzen Welt zu empfangen. In den letzten Jahren hat sich eine ganze Reihe an kleinen Privatsendern etabliert, die tagtäglich ihr Programm ausstrahlen.

Die Übertragung erfolgt in der Regel als Streaming Audio. Für die Nutzung sind entsprechende Streaming Clients erforderlich.

Einige kleine, manchmal auch nur von Privatpersonen betriebene Webradios senden oft illegal, da sie häufig nicht über die notwendigen Rechte verfügen. Die Mehrzahl der kleinen Internetradios hat aber mittlerweile auch die Rechte sowohl von der GVL also auch von der GEMA gekauft. Dieses kann im Regelfall auf der GEMA-Webseite nachgeschlagen werden.

Das Internetradio wird von zahlreichen Hörfunkesendern als alternative Übertragungstechnik für eine Zweitverwertung ihrer Programme genutzt. Der Empfang soll so auch Hörern ermöglicht werden, die das Programm weder terrestrisch noch über Satellit empfangen können.

Radio im Internet bieten beispielsweise die deutschen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an, die Stammhörer außerhalb ihres Sendegebiets erreichen wollen, beispielsweise Auswanderer oder Studenten bei einem Auslandsaufenthalt.

Die Übertragung von aktuellen Programmen wird häufig durch Archivierung und

Bereitstellung früher gesendeter Beiträge ergänzt.

Die Übertragung erfolgt mittels spezieller Streaming-Protokolle (Live-Streaming) oder über die Dateiübertragungs-Protokolle HTTP und FTP (On-Demand-Streaming). Die Hauptanforderung an spezielle Streaming-Protokolle ist eine hohe Fehlertoleranz, so dass möglichst zumindest fünf Prozent an Paketverlusten ohne sicht- bzw. hörbare

Qualitätseinbußen ausgeglichen werden können.

Seit der Verbreitung von drahtlosen Internetverbindungen über WLAN oder Mobiltelefonie ist der Empfang von Internetradio nicht mehr auf den heimischen PC beschränkt. Es gibt Internetradio-Empfänger fürs Wohnzimmer, die sich ihr Signal über den WLAN-Router holen und über eine Hifi-Anlage einen guten Klang liefern. Radio im Internet hören ist eine gute Variante, sich die Vielfalt an neuen Sendern ins Haus zu holen.

Deutschlandfunk

Die thematischen Schwerpunkte des 1960 gegründeten Deutschlandfunk sind einerseits Informationen und Hintergrundberichte, andererseits kulturorientierte Sendungen. Tagsüber stehen vor allem tagesaktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Vordergrund, während danach die Kultur (Musik, Hörspiele, Lesungen, Berichte über kulturelle Themen) das Programm bestimmt. Demzufolge ist der Musikanteil am Tage verhältnismäßig gering, während er abends und nachts sowie am Wochenende etwa die Hälfte der Sendezeit beträgt.

Im Kölner Funkhaus werden teilweise auch Sendungsbestandteile für „Deutschlandradio Kultur“ produziert. Das gesamte Programm des Deutschlandfunk ist frei von Werbung.

Nachrichten werden wochentags von 5:00 bis 18:00 Uhr zu jeder vollen und halben Stunde, in den übrigen Zeiträumen zur vollen Stunde gesendet, die anschließende Verkehrsfunksendung deckt das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Wochentags sendet der DLF von 5:00 bis 9:00 Uhr das Nachrichtenmagazin „Informationen am Morgen“ mit Wortbeiträgen und Interviews von etwa fünf bis zehn Minuten Länge. Weitere Informationsmagazine sind die „Informationen am Mittag“ von 12:00 bis 13:30 Uhr, die „Informationen am Abend“ von 18:10 bis 18:40 Uhr und die Sendung „Das war der Tag“ von 23:10 bis 24:00 Uhr, eine aktuelle Zusammenfassung der Ereignisse des Tages. Der Sendung „Informationen am Abend“ folgt bis 19:00 Uhr die Sendung „Hintergrund“.Hier wird stets ein Thema der Zeitgeschichte ausführlich und analytisch abgehandelt.

Mehrmals täglich wird eine nationale und eine internationale „Presseschau“ mit Auszügen aktueller Kommentare erstellt. Die Informationen am Morgen gelten als Flaggschiff des Deutschlandfunks. Innerhalb dieser Sendung ragen die Hauptinterviews werktäglich gegen 7:15 Uhr und 8:15 Uhr als „Interview am Morgen“,

meistens telefonisch mit einem Politiker, besonders hervor. Diese Interviews sind häufig Gegenstand der tagesaktuellen Berichterstattung in den meinungsbildenden Medien. Seit der Einführung des öffentlich-rechtlichen Frühstücksfernsehens, das ebenfalls Liveinterviews bietet, hat die mediale Bedeutung des Interviews etwas abgenommen, es gilt aber aufgrund der exzellenten journalistischen Leistungen gegenüber seinem Fernsehpendant in Informationswert und Nachfragestil häufig immer noch als führend. Das Deutschlandradio, als den Deutschlandfunk betreibende Rundfunkanstalt, weist in seiner Selbstdarstellung darauf hin, dass seine Informationssendungen in Multiplikatorenkreisen (Journalisten, Entscheider in Politik und Wirtschaft) einen hohen Stellenwert besitzen, sehr beliebt sind und die Informationsprogramme der Landesrundfunkanstalten diesbezüglich in den Schatten stellen.

Der Weltempfänger

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Radiogeräten sind bei einem Weltempfänger die Kurzwellen-Frequenzbänder meist gespreizt. Auf diese Weise kann die Frequenz genauer eingestellt bzw. abgestimmt werden. Zudem bieten sie die Möglichkeit, Sendungen in Einseitenbandmodulen (SSB, englisch: Single Side Band) mit Auswahlmöglichkeit des oberen (USB, englisch: Upper Side Band) oder des unteren (LSB, englisch: Lower Side Band) Seitenbandes zu hören. Somit kann man neben KW-Rundfunk auch den internationalen Amateurfunkdienst auf Kurzwelle empfangen.

Der Weltempfänger ist eine Erfindung von Eugene F. McDonald, dem Chef von Zenith Electronics. McDonald war schon immer ein guter Verkäufer gewesen. So überredete er 1923 den Polarforscher McMillan, einen Zenith “Companion” – das wohl erste Kofferradio der Welt – auf seine Arktisexpedition mitzunehmen. 1925 wurde McMillans Expedition mit einem Kurzwellensender und -Empfänger der Firma Zenith ausgerüstet. Das war ein voller Erfolg, denn erstmals konnte dadurch  solch eine Expedition in ständiger Verbindung mit der Heimat stehen. Mc. Millan ließ ihn wissen, er habe noch nie solch guten Kontakt aus der Arktis zur Welt gehabt wie mit diesem Gerät. McDonald hatte in Kanada ähnlichen Erfolg. Er konnte nicht nur die Wetterdienste hören, sondern auch die neuesten Nachrichten direkt aus Europa empfangen und hierbei vor allem die aus und über Deutschland verfolgen. Er gab das Gerät zur Produktion frei, die im Oktober 1941 anlief. Die Auslieferung begann im Januar 1942. Das erste Modell der Reihe “Trans-Oceanic” zeichnete sich gleich durch mehrere, vorzügliche technische Eigenschaften aus: Für den Kurzwellenempfang standen  mehrere Antennentypen zur Verfügung, nämlich eine normale eingebaute Teleskop-Antenne, eine abgestimmte KW-Rahmenantenne, der “Short Wave Magnet” und schließlich als Zusatzausrüstung der “Wave Booster” für den “supersensitiven” KW-Empfang. Wurden die ersten Modelle des Weltempfängers ausschließlich für militärische Zwecke während des Zweiten Weltkrieges genutzt, konzentrierte sich die Vermarktung nach 1949 auf den weltweiten „zivilen“ Verkauf.

Das Mallorca Radio

Mallorca ist nach wie vor nicht nur eines der beliebtesten Ferieninseln der Deutschen sondern auch zunehmend Ziel von deutschen Auswanderern oder Rentnern, die hier die Wintermonate zu verbringen, um der grauen Tristesse in Deutschland zu entfliehen. Doch der Deutsche an sich fühlt sich in der Fremde nicht wirklich wohl, wenn er nicht heimische Küche oder heimische Klänge gleich mit exportieren kann. So hat sich in den vergangenen Jahren ein deutscher Sender auf Mallorca fest etabliert, ohne die das Leben auf der Insel (fast) unmöglich wäre. Das Mallorca Radio ist neben deutschen Bäckereien, deutschen Kneipen und deutschen Bratwürstchen ein unverzichtbares Muss für die Besucher aus Hamburg, Berlin oder München.

Neben zahlreichen spanisch- und katalanischsprachigen Radiostationen gibt es das Inselradio, einen Sender in deutscher Sprache. Auf der Frequenz 95,8 FM gibt es neben aktuellen Nachrichten ein Programm aus internationaler, spanischer und deutscher Popmusik. Auf der Internetseite des Sendern gibt es einen Livestream zum reinhören.

Das Sendestudio befindet sich am Paseo Maritimo, der Hafenpromenade der Hauptstadt Palma. Besitzer ist Immobilienunternehmer Matthias Kühn.

Das Inselradio sendet sein Programm auf Mallorca auf der Frequenz 95,8 – Im Norden und Osten, sowie auf Menorca auf der 99,6. Über die Balearen hinaus ist der Sender auch über Satellit in Mittel- und Südeuropa zu empfangen. Finanziert wird der Sender ausschließlich aus Werbeeinnahmen. Werbekunden sind hierbei zu einem großen Teil lokale Unternehmen und Geschäfte.

Neben den beiden deutschen Wochenzeitungen Mallorca Zeitung und Mallorca Magazin informiert der Sender in deutscher Sprache über Neuigkeiten aus Mallorca, Deutschland und der Welt. Die Musikauswahl konzentriert sich auf Hits der 70er, 80er, 90er und natürlich von heute. Dabei ist die Mischung zwischen englischen, deutschen und spanischen Titeln maßgebend. Der Sender selbst wirbt mit dem „Sonnenoptimierten Mix für Mallorca“. Der Mix des Mallorca Radios schließt dabei das Schlager-Genre des Ballermann aus – für die meisten Hörer wohl eine Wohltat!