Der Weltempfänger
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Radiogeräten sind bei einem Weltempfänger die Kurzwellen-Frequenzbänder meist gespreizt. Auf diese Weise kann die Frequenz genauer eingestellt bzw. abgestimmt werden. Zudem bieten sie die Möglichkeit, Sendungen in Einseitenbandmodulen (SSB, englisch: Single Side Band) mit Auswahlmöglichkeit des oberen (USB, englisch: Upper Side Band) oder des unteren (LSB, englisch: Lower Side Band) Seitenbandes zu hören. Somit kann man neben KW-Rundfunk auch den internationalen Amateurfunkdienst auf Kurzwelle empfangen.
Der Weltempfänger ist eine Erfindung von Eugene F. McDonald, dem Chef von Zenith Electronics. McDonald war schon immer ein guter Verkäufer gewesen. So überredete er 1923 den Polarforscher McMillan, einen Zenith “Companion” – das wohl erste Kofferradio der Welt – auf seine Arktisexpedition mitzunehmen. 1925 wurde McMillans Expedition mit einem Kurzwellensender und -Empfänger der Firma Zenith ausgerüstet. Das war ein voller Erfolg, denn erstmals konnte dadurch solch eine Expedition in ständiger Verbindung mit der Heimat stehen. Mc. Millan ließ ihn wissen, er habe noch nie solch guten Kontakt aus der Arktis zur Welt gehabt wie mit diesem Gerät. McDonald hatte in Kanada ähnlichen Erfolg. Er konnte nicht nur die Wetterdienste hören, sondern auch die neuesten Nachrichten direkt aus Europa empfangen und hierbei vor allem die aus und über Deutschland verfolgen. Er gab das Gerät zur Produktion frei, die im Oktober 1941 anlief. Die Auslieferung begann im Januar 1942. Das erste Modell der Reihe “Trans-Oceanic” zeichnete sich gleich durch mehrere, vorzügliche technische Eigenschaften aus: Für den Kurzwellenempfang standen mehrere Antennentypen zur Verfügung, nämlich eine normale eingebaute Teleskop-Antenne, eine abgestimmte KW-Rahmenantenne, der “Short Wave Magnet” und schließlich als Zusatzausrüstung der “Wave Booster” für den “supersensitiven” KW-Empfang. Wurden die ersten Modelle des Weltempfängers ausschließlich für militärische Zwecke während des Zweiten Weltkrieges genutzt, konzentrierte sich die Vermarktung nach 1949 auf den weltweiten „zivilen“ Verkauf.